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Es werden Posts vom Juni, 2018 angezeigt.

Bürgerliches Trauerspiel

Bürgerliches Trauerspiel Das bürgerliche Trauerspiel ist eine begrenzte Gattung, die im 18. Jahrhundert entstand und dort ihren Höhepunkt trägt. Im 19. Jahrhundert traten allerhand Veränderungen auf, diese beziehen sich auf den literaturgeschichtlichen und gattungstheoretischen Problembereich. Die Tragödie und Komödie werden abgeschirmt, weil sie nicht der Wahrheit entsprechen. Nur die „ernste Gattung“ (ernste Komödie und bürgerliches Trauerspiel) reproduziert das wirkliche Alltagsleben. Das Mitgefühl und die Moralität des Zuschauers wird durch die Repräsentation des Bürgers in seiner Umgebung gerührt. Im Mittelpunkt des Dramas steht der Widerspruch zwischen den Schlüsselworten Stand, Familienverhältnisse und Charakter. In der zweiten Hauptphase des bürgerlichen Trauerspiel geht es um die standesbewussten Gesellschaftskritik. In dieser Phase ist die Produktion an Stücken ausgiebig. Ab da an wird der rote Faden der Sozialkritik durch die gesamte Sturm-und-Drang-Drama...

Lessings dramentheoretische aufführung

Lessings dramentheoretische Aufführung Lessing fasste Probleme des Theaters und Dramas kritisch zusammen, nachdem es verschiedene Differenzen mit einigen Schauspielern gab. Er kritisiert die Einheit des Ortes und der Zeit. Also die gleichbleibenden Orte und Handlungen die an einem einzigen Tag stattfinden. Ein weiteres Problem ist seiner Meinung nach, dass der Poet durch das Trauerspiel keinerlei Gefühlsregungen beim Zuschauer entfacht, abgesehen vom Mitleid. Kein Hass, keine Liebe, keine Rachsucht oder Zorn, nur das Mitleid für die Protagonisten. Zudem muss dieses möglichst früh erweckt und ständig durch tragische Handlungen aufrecht erhalten werden. Er stellt auf Grundlage dessen die These, dass der mitleidendste Mensch der tugendhafteste ist. Des weiteren stellt er einen Übersetzungsfehler der Schriften der Aristoteles dar, bei dem das Wort Furcht fälschlich als Schrecken übersetzt worden sei. Er sagt, dass damit die Furcht meinte, die entsteht, wenn man sich selbst mit der le...

Gottscheds Dramen

Gottscheds Dramen Gottsched behauptet, die Absicht des Dramas wäre “durch die Unglücksfälle der Großen, Traurigkeit, Schrecken, Mitleiden und Bewunderung bey den Zuschauern zu erwecken.” Er glaubt, dass Aristoteles’ Ideen zu den Gründen gehören, dass Dramen in der Zeit der alten Griecher so gut waren. Die Anwendung dieser Grundsätze zur Dramengestaltung helfen ihn daher natürlich enorm gute Dramen zu schreiben. Dadurch, dass diese Dramen sich an dem orientieren, was möglich und wahrscheinlich ist, sind sie sehr leicht zu verstehen und von den Zuschauern nachempfindbar. Des Weiteren, sind die Charaktere realistisch, da sie echte Menschen nacharmen und können deshalb nachvollzogen werden. - Justine Müchler

Gottscheds Bezug auf Aristoteles' Dramentheorie

Gottscheds Bezug auf Aristoteles’ Dramentheorie Gottscheds Bezug auf Aristoteles’ Dramentheorie ist in seinem “Versuch einer Critischen Dichtkunst” sehr evident, nicht nur durch die wiederholte Nennung Aristoteles’, aber auch durch viele ähnlich oder identische Aspekte seiner Interpretation. Gottsched beginnt damit zu behaupten, dass bei den alten Griechen “die Tragödie zu ihrer Vollkommenheit gebracht” wurde und sogar Aristoteles dem zustimmte. Damit ist es deutlich, dass Gottsched großen Respekt für Aristoteles hat und seine Meinung für ihn großen Wert hat. Dies wird verstärkt, wenn er Aristoteles zustimmt, dass eine Tragödie die Nachahmung einer Handlung ist. Des Weiteren, meint Gottsched, dass der Dichter mithilfe einer Solchen, “die Zuschauer, durch den Anblick solcher schweren Fälle der Großen dieser Welt” auf ihr eigenes Unglück und Trübsal vorbereiten möchte. Gottsched erwähnt hiernach erneut Aristoteles direkt. Er behauptet, dass dies sei was Aristoteles meint, wenn er sagt, d...

Die perfekte Dramenfigur nach Gottsched

Eines der wichtigsten Dinge bei der Figurengestaltung ist, dass die Helden der Tragödie nicht vollkommen gut, aber auch nicht vollkommen schlecht sind. Die Gemütsbeschaffenheit der Hauptfiguren müssen so dargestellt werden, dass daraus künftige Handlungen vermutet werden können und wenn etwas geschieht, es leicht zu begreifen ist. Beim ersten Auftritt einer Figur muss das Naturell, die Neigungen, Tugenden, und Laster einer Person verraten werden. Dadurch können diese von anderen Personen unterschieden werden. Dabei ist es wichtig, dass kein Widerspruch im Charakter einer Person auftaucht. Das heißt, dass der Geizige geizig ist, der Stolze stolz, der Hitzige hitzig und der Versager versagt. Eine Änderung des Charakters / Naturells in so kurzer Zeit ist unmöglich. Bei besonderen Umstände können höchstens wenige Veränderungen auftreten. Ein widersprechender Charakter wird nämlich als Ungeheuer, also nicht in der Natur vorkommend angesehen. Nebenfiguren haben nur kleine...

Kurzanleitung für Dramendichter nach Gottsched

Trauerspiel: Die Absicht eines Trauerspiels ist die Erweckung von Traurigkeit, Schrecken, Mitleid und Bewunderung bei den Zuschauern und das durch Unglücksfälle der Großen. Außerdem stehen auch noch die Lehre von Wahrheiten und die Vorbereitung des eigenen Trübsals im Mittelpunkt. Meist wird eine Handlung nachgeahmt. Die Einprägung moralischer Lehrsätze erfolgt auf eine sinnliche Art. Außerdem wird die Gemütsbewegung des Zuschauers auf eine der Tugend gemäße Weise erregt. Gute Eigenschaften, die dort gezeigt werden, erwerben den Oedipus, die Liebe der Zuschauer. Diese sollen auch immer wieder über die strenge Gerechtigkeit der Götter erstaunt werden. Außerdem muss ihnen immer wieder die Unbeständigkeit des Glückes und die Schandbarkeit der Laster vor Augen geführt werden. Meist wird eine allgemeine Fabel verwendet, die dann durch eine Erhellung eines spezifischen Satzes individualisiert wird. Dazu werden Personen aus der Geschichte mit ähnlichen Ereignissen ver...
Lessings Abgrenzung von Gottsched Stellen Sie heraus, welche Kritik Lessing in seinem „siebzehnten Brief“ an Gottsched äußert. In den Jahren 1759 bis 1766 schrieb Gotthold Ephraim Lessing regelmäßig Briefe, die sich kritisch mit der derzeitigen deutschen Literatur beschäftigten. Sein 17. Brief vom 16. Februar 1759 setzte sich kritisch mit Gottsched auseinander. Gottsched wird persönlich angegriffen und Lessing wirft ihm vor, das deutsche Theater eher zu verschlechtern als zu verbessern. Lessing behauptet, dass das französische Theater, nach dem sich Gottsched richtet, gar nicht für das deutsche als Vorbild tauge. Gottsched habe nicht nur versucht, das bisherige Theater zu verbessern, vielmehr habe er versucht, ein ganz neues zu entwickeln, ohne zu überprüfen, ob es der deutschen Denkungsart angemessen sei, ist Lessings Auffassung. Außerdem heißt es, dass das englische Theater vielmehr als Vorbild für das deutsche tauge. Dadurch wird das englische Theater zum Vorbild erho...