Die perfekte Dramenfigur nach Gottsched
Eines der wichtigsten Dinge bei der
Figurengestaltung ist, dass die Helden der Tragödie nicht vollkommen
gut, aber auch nicht vollkommen schlecht sind.
Die Gemütsbeschaffenheit der
Hauptfiguren müssen so dargestellt werden, dass daraus künftige
Handlungen vermutet werden können und wenn etwas geschieht, es
leicht zu begreifen ist.
Beim ersten Auftritt einer Figur muss
das Naturell, die Neigungen, Tugenden, und Laster einer Person
verraten werden. Dadurch können diese von anderen Personen
unterschieden werden.
Dabei ist es wichtig, dass kein
Widerspruch im Charakter einer Person auftaucht. Das heißt, dass der
Geizige geizig ist, der Stolze stolz, der Hitzige hitzig und der
Versager versagt. Eine Änderung des Charakters / Naturells in so
kurzer Zeit ist unmöglich. Bei besonderen Umstände können
höchstens wenige Veränderungen auftreten. Ein widersprechender
Charakter wird nämlich als Ungeheuer, also nicht in der Natur
vorkommend angesehen.
Nebenfiguren haben nur kleine
Auftritte, da die Hauptfiguren im Mittelpunkt stehen sollen. Sie
haben im Regelfall keinen Namen und auch keinen richtigen Anteil an
Rede oder Handlung. Sie sind mit Requisiten gleichzusetzen.
- Celine Schröder
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